Das Lied, das Ihr gerade hört ist ein Wuppertaler Lied von der bekannten Mundart-Band Striekspöen.
Und hier ist der Text dazu:

Et Lehnchen vam Tippen-Tappen-Tönchen

Eck kenn en Mädchen und dat heet Lehnchen,

dat wönnt en Wopperdahl am Tippen-Tappen-Tönchen,

do steht en ganz kleen Hus,

do kiekt dat Mädchen ruut;

wer kennt nit dat Lehnchen vam Tippen-Tappen-Tönchen.

Komm, komm, komm min Schatz,

nemm aan minne Sit schnell Platz,

met de Bimmel-Bummelbahn fahren vie no Küllenhahn,

on do stiegen vie uut on talfen ennet Gröne eruut.

Gröss meck de Heimot, gröss meck min Wopperdahl,

met sinne Berge on met sinne Schwebebahn;

do wo de Amboss klengt, do wo de Wupper bruust,

do is minne Heimot, do sie eck tuhuus,

do wo de Amboss klengt, do wo de Wupper bruust,

do is minne Heimot, do sie eck tuhuus.

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Und hier könnt Ihr die Striekspöen besuchen: klick here

Die Geschichte der Stadt WUPPERTAL

Die ersten Versuche

Den ersten Versuch einer Vereinigung der beiden Städte Barmen und Elberfeld gab es bereits 1819 seitens des Elberfelder Oberbürgermeisters Johann Rütger Brüning, als die Reformierten (die kirchlich zu Elberfeld gehörten) und die Lutheraner in Unterbarmen eine eigene Gemeinde gründen wollten. Er befürchtete, dass viele Elberfelder in diese Gemeinde ziehen würden. Aus diesem Grund schlug er einen Anschluss Barmens an Elberfeld vor.

Dieser Plan wurde vom König 1820 abgelehnt. Zwei Jahre später wurde der Plan auch von der Bezirksregierung in Düsseldorf abgelehnt, offenbar, weil diese ein Übergewicht des Wuppertals über Düsseldorf befürchtete.

1899 jedoch ging der nächste Versuch von Düsseldorf aus. Nach heftigen Diskussionen wurde er von den Barmern abgelehnt, da diese befürchteten, nur ein Vorort von Elberfeld zu werden und so wirtschaftliche Nachteile zu haben. Anschließend entschieden sich auch die Elberfelder Bürger dagegen. Statt dessen wurde eine ständige Kommission für Zusammenarbeit in wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen gegründet, die jedoch kaum Ergebnisse brachte.

Den nächsten Versuch machte die Vereinigte Handelskammer am 29.12.1917. Hintergrund war hierbei insbesondere der Druck der Lasten, die der Krieg für Wirtschaft und Gemeinden brachte. Am 25.03.1918 wurden ein Gesamt- und drei Unterausschüsse gegründet. Diese haben am 26.04.1918 offiziell festgestellt, dass dieses Vorteile bei der Zusammenlegung von Versorgungseinrichtungen, Verkehrsbetrieben, Schulwesen, Kriegsschulden und der Durchsetzung städtischer Interessen gegenüber übergeordneten Behörden gäbe. Die bürgerlichen Parteien in Barmen zogen die Zustimmung zu dem Bericht der Kommission offiziell wieder zurück.

Der letzte unfruchtbare Versuch wurde vom Barmer Oberbürgermeister am 31.10.1925 gemacht. Hierbei hätten jedoch beide Oberbürgermeister ihr Amt zur Verfügung stellen müssen. Als Sitz der Verwaltung wurde Barmen vorgeschlagen. Die Elberfelder stimmten nur unter der Voraussetzung zu, dass die Stadt "Elberfeld-Barmen" heißen würde. Auch dieser Versuch scheiterte, da man sich nicht auf einen OB-Kandidaten einigen konnte.

Die Vereinigung 1929

Am 17.12.1927 beschloss der Preußische Landtag eine Änderung des Gemeindeverfassungsrechts. Zur gleichen Zeit beauftragte der preußische Innenminister den Düsseldorfer Regierungs-Präsidenten, eine kommunale Neugliederung einzuleiten, um leistungsfähigere Städte und Landkreise zu schaffen. Diese sollten hierdurch ausreichend Siedlungsfläche für 30 Jahre und Industriefläche für mindestens 10 Jahre haben.

Anfang Februar 1928 nahm der Barmer OB Stellung und verlangte die Eingemeindung von großen Teilen von Gennebreck, Haßlinghausen, Linderhausen und ganz Schwelm. Ferner sollten die Ortsteile Beyenburg und Ronsdorf dazugehören. Das besondere daran war, dass die östlichen Gebiete in der Provinz Westfalen lagen.

Elberfeld stimmte am 31.01.1928 zu und wollte Vohwinkel, Teile von Haan und Wülfrath, Gruiten und Schöller. Außerdem sollten die Stadt Neviges und ganz Cronenberg dazukommen.

Die von den Barmer und Elberfelder Plänen betroffenen Gemeinden waren hiermit nicht einverstanden und lehnten jegliche Gebietsabtretungen ab. Nur der Landrat von Mettmann war zu kleinen Zugeständnissen bereit.

Am 10.07.1929 beschloss der Preußische Landtag die Zusammenlegung, die am 29.07.1929 per Gesetz beschlossen wurde. Am 01.08.1929 wurde damit offiziell die Stadt "Barmen-Elberfeld" gegründet. Am 25.01.1930 wurde die Stadt in "WUPPERTAL" umbenannt. Dieser Name war natürlich besser geeignet, da er jetzt auch die anderen Stadtteile mit zusammenführte.

Das Wappen der Stadt WUPPERTAL zeigt: in Silber, auf zwei goldenen Garnbündeln stehend, einen zweigeschwänzten roten Löwen, der einen schwarzen Rost trägt.

Im Wappen wurden sinngemäß die aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden Schöffensiegel und späteren Wappen der beiden Städte Barmen (der bergische Löwe auf einem Garnbündel als Gewerbezeichen stehend, 1516) und Elberfeld (der bergische Löwe mit Rost, dem Symbol des Schutzheiligen Laurentius, 1556 und früher) vereint. Das Wappen soll auch den vereinigten Gemeinden Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel gerecht werden, deren (aus jüngerer Zeit stammenden) Wappen teilweise unheraldisch sind.

Das Wappen wurde von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Dadurch wurde der ursprüngliche Plan, ein Wappen aus allen sechs Wappen der bisher selbständigen Gemeinden zu kreieren, aufgegeben.

Das Wappen wurde vom Preußischen Innenministerium mit Erlass vom 29. Juni 1934 genehmigt.

Die einzelnen (heutigen) Stadtteile - Elberfeld, Barmen, Vohwinkel, Ronsdorf, Cronenberg und Bayenburg - von Wuppertal haben eine eigene Geschichte, die sich teilweise bis weit in das Mittelalter zurückverfolgen lässt. Am Anfang der Besiedelung der heutigen Stadt Wuppertal standen viele Einzelhöfe.

ELBERFELD

Elberfeld 1161 erstmals urkundlich erwähnt, war ursprünglich ein Tafelgut des Kölner Erzbischofs und diente ihm als Versorgungsstation und Stützpunkt an der fränkischen "Missionsstraße" nach Soest. Vermutlich um 955 entstand an der Stelle der heutigen Alten Reformierten Kirche eine dem heiligen Laurentius geweihte Kirche. 1430 kam der Ort zur Grafschaft Berg. 1610 erhielt Elberfeld Stadtrecht. Zum wirtschaftlichen Aufschwung trug maßgeblich das Garnnahrungsprivileg von 1527 bei, das die Elberfelder zusammen mit Barmen gegen Zahlung von 861 Goldgulden vom Landesherren Johann III. erhielten. Dieses Privileg gab ihnen das alleinige Recht zum Bleichen und Zwirnen in seinem Territorium. Neben dem Bleicherhandwerk blühte auch der Handel mit Garnprodukten und wurde somit zur Basis für die Entstehung der Textilindustrie. Dieses Privileg hielt bis 1810.

Rathaus Elberfeld

Stadthalle (links) und Schwimmoper (rechts)

BARMEN

Im Gegensatz zu Elberfeld entwickelte sich Barmen nicht aus einem befestigten Ortskern, sondern aus einer Vielzahl zerstreuter Höfe. Die Bezeichnungen Wichlinghausen und Heckinghausen weisen auf eine Entstehung vor 800 hin. Die genaue Bedeutung des Namens 'Barmen' ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass es als Bezeichnung für Landwehr oder Flussbogen diente.

Urkundlich wurde Barmen um 1070 als "Barmon" in den Büchern des Klosters Werden erwähnt, an das es jährlich sechs Denare entrichten musste. 1245 verkaufte Graf Ludwig I. von Ravensberg seine Barmer Güter ("bona de barme") an Graf Heinrich von Berg. Die Grafschaft von Berg wurde 1380 zum Herzogtum ernannt. 1399 verpfändete er Barmen für ein paar Jahrzehnte an Kleve-Mark. Aus der Urkunde ging hervor, dass Barmen teils auf "bergischem" und teils auf "märkischem" Gebiet liegt. Darüber hinaus wurde die Zugehörigkeit zum "Amt Beyenburg" genannt.

Rathaus Barmen (links) und Haus der Jugend -ehem. Ruhmeshalle (rechts)

VOHWINKEL

Vohwinkel wurde zuerst 1312 als "Vowynkele" (Fuchswinkel) erwähnt. Es waren mehrere Höfe, die vom Oberhof Lüntenbeck abhängig waren. 1356 verkaufte Ritter Heinrich von Schönrode sein Gut "Vowynkele" an das Kloster Gräfrath (bei Solingen).

Seit der preußischen Zeit gehörte Vohwinkel zum Landratsamt Mettmann. Durch die schnelle Aufwärtsentwicklung wurde das Landratsamt 1877 nach Vohwinkel verlegt. 1888 wurde Vohwinkel dann selbständige Landbürgermeisterei, bekam jedoch erst 1921 die Stadtrechte.

Vohwinkel verdankt seine rasante Entwicklung nur seiner geographischen Lage als Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnlinien, die das Wupper-Tal mit Düsseldorf, Köln und dem Ruhrgebiet verbinden.

Endstation Vohwinkel (links) und Stadion am Zoo (rechts)

RONSDORF

Die erste Erwähnung findet Ronsdorf 1246 als "Rumsdorp". Eine andere Quelle nennt als Ursprung den im späten Mittelalter erwähnten Hof "Ronsdorp".

Während Ronsdorf früher als unbedeutend galt, wurde es durch die Initiative von Elias Eller innerhalb kurzer Zeit eine blühende Stadt. Ausgangspunkt der Gründung war Elberfeld, wo Elias Eller die "Philadelphische Societät", eine mystisch-theosophische Gemeinschaft, um sich versammelt hatte, die von der reformierten Kirchengemeinde als "Sekte" eingestuft wurde. Nach Konflikten mit der reformierten Kirchengemeinde zog er 1737 mit weiteren 50 Familien auf den Hof Ronsdorf (Hofschaft Erbschloe, Amt Beyenburg). Hierhin zog es auch seine Anhänger aus Düsseldorf, Solingen, Mettmann, Krefeld und Köln. Selbst aus Holland kamen einige Anhänger.

Ronsdorf entwickelte sich so schnell, dass ihm schon 1745 die Stadtrechte verliehen wurden. Zunächst waren der Handel mit Kolonialwaren und das Textilgewerbe führend. Später kamen die Eisen- und Stahlindustrie hinzu.

1816 kam Ronsdorf mit dem Übergang an Preußen zum Landkreis Lennep. 1929 wurde Ronsdorf zu Wuppertal eingemeindet.

CRONENBERG

Cronenberg wurde urkundlich zum erstenmal um 1050 als "Cronberga" erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde es auch als "Croynberghe" (Krähenberg) bezeichnet. Cronenberg bildete mit dem "Tafelhof Elberfeld" einen Hofesverband und gelangte 1176 in den Besitz der Grafen von Berg.

Im Mittelalter war Cronenberg der Hauptsitz des bergischen Kleineisengewerbes. 1808 erhielt es im Zuge der französischen Verwaltungsreform eine Gemeindevertretung. Allerdings bekam das "Dorp" erst 1827 mit 5.111 Einwohnern die begehrte offizielle Bezeichnung einer Stadtgemeinde. Seit 1929 gehört Cronenberg zu Wuppertal. Die Cronenberger waren mit der Eingemeindung nach Wuppertal nicht sehr zufrieden, was sich auch darin zeigt, dass der Haus- und Grundbesitzerverein Cronenberg am 03.04.1933 für eine Wiedererlangung der Selbständigkeit Cronenbergs plädierte. Auch heute noch lautet ein bekannter Slogan: "Cronenberg statt Wuppertal".

BEYENBURG

Es wird vermutet, dass sich bereits im 12. Jahrhundert an der engsten Stelle der Wupperschleife eine Befestigungsanlage befand. 1363 wird das "Schloss" Beyenburg zum erstenmal urkundlich erwähnt. Die Grafen von Berg hatten im 14. Jahrhundert ihren Herrschaftsbereich zum erstenmal in Ämter (Verwaltungsbezirke) eingeteilt. Zum Amt Beyenburg zählten auch Barmen, die Kirchspiele Radevormwald, Lüttringhausen und Remlingrade. Vermutlich gehörte auch ein Teil des Kirchspiels Schwelm dazu.

Die französische Gesetzgebung beseitigte die alte Ämtereinteilung des Bergischen Landes. Mit dem Übergang an Preußen kam Beyenburg dann zur Bürgermeisterei Lüttringhausen. 1929 kam Beyenburg durch die Gemeindereform zu Wuppertal.

Hier noch einige wichtige Daten zur Stadtgeschichte:

1631

Pest in Elberfeld

1687

Großer Stadtbrand in Elberfeld

1808

Elberfeld und Barmen erhalten unter französischer Fremdherrschaft die Munizipalverfassung, sie gelten damit als Städte.

1841

Fertigstellung der Eisenbahnlinie Düsseldorf - Elberfeld

1849

Ausbruch der bürgerlich-demokratischen Revolution mit Barrikadenbau und Kämpfen in Elberfeld.

1885

Elberfeld und Barmen sind Großstädte.

1901

Die Schwebebahn wird für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

1929

Kommunale Neugliederung: Barmen, Elberfeld, Vohwinkel und einige umliegende Gemeinden werden zu einer neuen Stadt zusammengefasst. Man gibt ihr 1930 den Namen "Wuppertal"

1943

Schwere Luftangriffe zerstören die Stadt zur Hälfte und fordern über 7700 Todesopfer. Die Schwebebahn liegt flach.

1945

Nach der Befreiung vom NS-Regime wird Wuppertal Teil der britischen Besatzungszone.

1972

Gründung der Bergischen Universität - Gesamthochschule Wuppertal

Die Schwebebahn - Wahrzeichen der Stadt

Seit 100 Jahren in der Schwebe

Die wohl herausragendste Sehenswürdigkeit Wuppertals und zugleich einziges Verkehrsmittel seiner Art auf der Welt. Warum aber wurde die Schwebebahn gerade im Tal der Wupper gebaut? Gegen Ende des letzten Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl im Tal dermaßen drastisch angestiegen, dass die bis dahin verkehrenden Verkehrsmittel hoffnungslos überfüllt waren. Als ideal erwies sich damals eine Konstruktion des Kölner Zuckerfabrikanten Eugen Langen, der eine Hängebahn erfunden hatte, mit deren Hilfe er in seiner Zuckerfabrik die Säcke transportieren konnte. Die Baudauer betrug fünf Jahre, von 1898 bis 1903; der damalige Kostenpunkt lag bei 16 Millionen Goldmark. Gebaut wurde die Bahn in drei Teilen: der erste Streckenabschnitt erfuhr im Jahre1900 die inoffizielle Einweihung durch Kaiser Wilhelm II. und dessen Gattin Auguste Viktoria. Der Waggon, mit dem das Kaiserpaar gefahren sein soll, existiert noch als sogenannter "Kaiserwagen". Er wird heute genutzt für Kaffee- oder Frühschoppenfahrten, welche vornehmlich samstags und sonntags stattfinden.

Technische Daten:

Streckenlänge: 13,3 km

Fahrtdauer in eine Richtung: ca. 35 Minuten

mittlere Geschwindigkeit: 27 km/h

tägliche Nutzung: ca. 70.000 Personen

Anzahl der Stahlträger: 472 verteilt auf 19.200 Tonnen Eisen

Fuhrpark: 28 Gelenkzüge aus dem Jahr 1972 in blau/orange, den Farben der Wuppertaler Stadtwerke (heute sind allerdings viele Wagen als Werbeträger ausgelegt und prangen in den verschiedensten Farben)

Fahrthöhe: 12 m über der Wupper, 8 m über der Straße in Sonnborn/Vohwinkel

Eugen Langen

Geschichte der Bahn

1894 - 1898

Die Idee eines Zuckerfabrikanten

Dass die Wuppertaler seit 100 Jahren schweben können verdanken sie dem Kölner Industriellen und Erfinder Eugen Langen. Der Zuckerfabrikant hatte Ende des 19. Jahrhunderts die Idee für eine eingleisige Hängebahn. Er benutzte sie zunächst für Transporte auf seinem Firmengelände. 1892 entwickelte er daraus ein System mit freischwebend aufgehängten Personenwagen. "Ich hab' das Ding Schwebebahn genannt," schrieb Langen in einem Brief an Wilhelm von Siemens, der sich für Langens Erfindung interessierte. Zur gleichen Zeit machten sich die Ratsherren in Elberfeld und Barmen (heute Wuppertal) Gedanken, wie sie einem drohenden Verkehrschaos in ihren Städten entgehen konnten. Die beiden Städte an der Wupper waren in Folge der Industrialisierung innerhalb weniger Jahre zur sechsgrößten Metropole im Deutschen Reich herangewachsen. Da der Boden felsig und grundwasserführend war, schied der Bau einer Untergrundbahn aus. Deshalb entschlossen sich die Ratsleute 1887 für den Bau einer Hochbahn über der Wupper, die letzte unbebaute Fläche im engen Tal. Eine gewagte Entscheidung, denn die elektrische Straßenbahn war gerade sechs Jahre zuvor in Berlin erfunden worden und weltweit gab es noch keine Hochbahn. So geriet die Idee in Wuppertal erst mal in Vergessenheit. Nur Eugen Langen arbeitete weiter beharrlich an seinem Plan. Einer Reihe von Städten stellte er seine "Schwebebahn" vor. So unter anderem in Hamburg und Berlin. Doch der Kaiser machte dort den Plänen ein schnelles Ende. "Drunter und nicht drüber", quittierte der Monarch den Entwurf in Berlin. Und auch die Zeitungen machten sich über die Idee Langens lustig:

"Hangen, Langen, Bangen:

Die Schwebebahn liegt in der Luft,

wenn das Projekt nicht nur verpufft

und nicht zerrinnt der holde Wahn,

die hocherhabene Schwebebahn."

Auch die anderen Städte entschieden sich gegen Langens Schwebebahn. Schließlich blieb nur Elberfeld-Barmen übrig. Bürgermeister und Stadtverordnete hatten zuvor die Versuchsstrecke in Köln besucht. Am 31. Oktober 1895 erhielt die von Erfinder Langen gegründete Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen die Konzession zum Bau und Betrieb einer Hängebahn System Eugen Langen. Ihr Erfinder selbst sah seine Bahn aber nie selbst fahren. Langen starb 1895, zwei Jahre vor dem Baubeginn im Wuppertal.

Da die Konstrukteure der Schwebebahn auf keine Erfahrungen beim Bau zurückgreifen konnten wurde in Elberfeld zunächst eine 800 Meter lange Versuchsstrecke gebaut. Um die großen Mengen Eisen für das 13 Kilometer lange Gerüst produzieren zu können schlossen sich vier Hüttenbetriebe zusammen. Der Versuchswagen brachte es auf der kurzen Strecke bereits auf 50 km/h. Ein Tempo, das vor allem unter den religiösen Sekten im Tal der Wupper Ängste und Bedenken gegen das "Teufelswerk" auslösten. Andere hatten hingegen die materiellen Folgen im Blick, etwa die Bürger die sich vor dem Landgericht Elberfeld gegen den Bau der "fliegenden Bahn" wehrten. Zuvor hatte bereits der Betreiber der Pferdebahn erfolglos versucht, die Schwebebahn vor Gericht zu verhindern.

1898

Die ersten Probefahrten mit der neuen Schwebebahn verlaufen erfolgreich.

1900 - 1903

Der Kaiser übt sich im Schweben

Nach knapp drei Jahren Bauzeit war der erste Streckenabschnitt der neuen Schwebebahn Ende 1900 fertiggestellt. Noch vor dem offiziellen Betrieb ließ es sich Kaiser Wilhelm II. nicht nehmen, mit der Bahn zu fahren, die er selbst in Berlin in den Untergrund verbannt hatte. Am 24. Oktober 1900 gab sich seine Majestät in Elberfeld die Ehre. Huldvoll winkte er seinen Untertanen während der Probefahrt von oben herab zu. Wagen Nummer 5 ist bis heute in Wuppertal unterwegs, als Kaiserwagen. Mit gebührendem Abstand konnte das Volk am 1. März 1901 zum ersten Mal durchs Wuppertal schweben - mit Erfolg. Schnell wurde die Hängebahn zum alltäglichen Verkehrsmittel. Einem weiteren Ausbau stand nichts mehr im Weg.

Bis 1903 wurde der Rundkurs auf 13 Kilometer erweitert. An den Endstationen in Ritterhausen (heute Oberbarmen) und Vohwinkel entstanden Wendeschleifen, so dass die Schwebebahn einem gigantischen horizontalen Paternoster gleicht. Während der Weltausstellung in Paris verkehrte die Wuppertaler Schwebebahn sogar in Paris. Allerdings nur auf einer 60 Meter langen Ausstellungsstrecke, die später in Wuppertal eingebaut wurde. Bis heute hat sich am Gerüst der Schwebebahn in den Grundzügen wenig verändert, obwohl vor allem nach dem zweiten Weltkrieg sich das Stadtbild Wuppertals stark verändert hat. Doch Pläne einer Begradigung des eisernen Lindwurms verschwanden wieder in der Schublade. Trotzdem wurde in den vergangenen hundert Jahren einiges am Gerüst verändert. Vor allem beim Straßenbau standen einige der alten Stützen im Weg. Sie wurden durch teils recht imposante Brücken ersetzt. Der Betrieb der Schwebebahn wurde dadurch aber nur selten unterbrochen, denn die Bahn ist bis heute ein unentbehrliches Verkehrmittel für Wuppertal.

1924 - 1929

Jährlich werden rund 20 Millionen Fahrgäste mit der Schwebebahn befördert. Das neue Verkehrsmittel wird zur weltweiten Attraktion und beliebtem Postkartenmotiv aus Wuppertal. Allein an der Station Döppersberg im Herzen von Wuppertal steigen jedes Jahr 8 Millionen Fahrgäste in die Schwebebahn.

1943-1945

In Folge mehrerer schwerer Bombenangriffe ist das Schwebebahnnetz stark beschädigt. Einige Stationen wie die in Wupperfeld sind total zerstört. Der Fahrbetrieb ruht für mehrere Monate.

1950

Der Mythos Schwebebahn

Zwar war bereits 1917 eine Bahn in die Wupper gestürzt und auch in den Jahrzehnten danach gab es immer wieder kleinere Kollisionen, aber so wie die Titanic als unsinkbar galt, hieß es auch knapp hundert Jahre von der Schwebebahn, sie sei das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Zu den wohl kuriosesten Unfällen gehört aber der Sturz des Elefantenbabys Tuffi aus der Schwebebahn. 1950 hatte der Direktor des in Wuppertal gastierenden Zirkus Krone die Idee, eine Werbefahrt mit dem kleinen Dickhäuter zu unternehmen. Aber Tuffi bekam das Schweben nicht. Sie durchbrach die Türe und sprang in die Wupper. Mit ein paar Schürfwunden überstand sie den Sprung, von dem es zwar kein Foto gibt, weil die anwesenden Fotografen viel zu überrascht waren um zu fotografieren, wohl aber weltbekannte Bildmontagen.

1968

Der schleudernde Anhänger eines Lasters reißt einen Stützpfeiler aus der Verankerung. Ein Teil des Fahrgerüsts stürzt auf die Fahrbahn. Der Schwebebahnverkehr kommt für zehn Wochen zum Erliegen.

1972 - 1975

Alte Dame mit rostigen Nieten

Seit der ersten Fahrt vor 100 Jahren sind rund 2 Milliarden Fahrgäste mit der Schwebebahn unterwegs gewesen. Das hat Spuren hinterlassen. Bis auf den sogenannten Kaiserwagen wurden Anfang der 70er Jahre alle alten Züge durch moderne Wagen ersetzt und auch rund die Hälfte der alten Stützen sind inzwischen ausgetauscht worden. Sehr zum Ärger vieler Wuppertaler, die sich wünschen, dass ihre "alte Dame" so erhalten bleibt, wie sie 1901 in Betrieb ging. Doch trotz Denkmalschutzes wird seit 1997 das alte Gerüst Stück für Stück erneuert.

1995 bis heute

Sanierung der Schwebebahn. Nahezu alle rund 100 Jahre alten Stützen und Fahrwege werden gegen neue ersetzt. Eine Bürgerinitiative wehrt sich ohne Erfolg gegen den Abriss des denkmalgeschützten Gerüsts.

1999

Absturz um 5 Uhr 45

Bis zum 12. April 1999 kam kein Fahrgast der Schwebebahn ums Leben. In Folge des Umbaus hatten Bauarbeiter eine Montagekralle auf der Schiene vergessen, die den Frühzug aus dem Gleis hob. Beim Absturz von Wagen 4 starben fünf Menschen, 46 wurden zum Teil schwer verletzt. Das Landgericht Wuppertal urteilte später, auch der enorme Termindruck unter dem die Bauarbeiten am Gerüst durchgeführt wurden, sei Ursache für das Unglück gewesen. Eigentlich sollte die Sanierung der Schwebebahn bis zum 100. Geburtstag abgeschlossen sein. Inzwischen ist etwa die Hälfte der Strecke erneuert. Damit soll die Schwebebahn fit für das 21. Jahrhundert gemacht werden. Ziel ist es unter anderem, dass alle 90 Sekunden eine Bahn zwischen den Endhaltestellen verkehrt und dass die Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h verbessert wird. Zudem denken die Wuppertaler Stadtwerke auch über eine neue Generation von Wagen nach. Ob es dann auch noch einen Fahrer des Frühzeuges geben wird, darüber wird bei den Stadtwerken noch diskutiert.

2001

Die Wuppertaler Schwebebahn feiert Geburtstag

Ministerpräsident Wolfgang Clement hat am Donnerstag dem 1.3.2001 das Jubiläumsprogramm zum 100. Geburtstag der Wuppertaler Schwebebahn mit einem Festakt eröffnet. Die "alte Dame" des Nahverkehrs ging am 1. März 1901 offiziell in Betrieb. Seitdem ist sie das Wahrzeichen von Wuppertal und eines der kuriosesten Verkehrsmittel der Welt. Wie ein grüner Tausendfüßler schlängelt sich das Stahlgerüst auf 13 Kilometern quer durch die Stadt an der Wupper. Bis November feierten die Wuppertaler den Geburtstag mit kostenlosen Oldtimer-Fahrten, Ausstellungen und einer Sondermarke der Deutschen Post.

Einige historische Bilder der Stadt (um 1900)

Schwebebahnhof Döppersberg, Altes Stadttheater, Neumarkt und Stadthalle

Altes Stadttheater, Stadthalle und Thalia-Theater

Bilder unter anderem von: www.wuppertal-digital.de und www.eutropia.com

WSV - Erste Mannschaft Saison 2003/2004

WSV www.w-sv.com

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